Illustrator in Residence: Tobias Krejtschi

Universität Duisburg-Essen

In Deutschland war die Universität Duisburg-Essen die erste und lange Zeit die einzige Hochschule, die dem amerikanischen Beispiel folgte und Gegenwartsautoren als Gastdozierende für Lesungen und Seminare an die Universität holte. Dieser Tradition folgend steht beim Projekt "Illustrator in Residence" ebenfalls ein Künstler im Fokus des Interesses, jedoch ein "Illustrator" – und kein "Poet". Angedacht ist der Hamburger Autor und Illustrator Tobias Krejtschi, der ein vielfach prämiertes und umfängliches Bilderbuchwerk vorgelegt hat.
Ähnlich wie bei Autorenlesungen als klassische Form der Autorenbegegnung unterteilt sich die Veranstaltung in verschiedene Bestandteile: Nach der Vorstellung des Illustrators und seines Werks folgt der Vortrag des Künstlers; in diesem spricht er von seiner Arbeit, von der Entstehung seiner Bücher; ein "Illustrator in Residence" also, der analog zu seinen schriftliterarischen Pendants den Zuhörenden seine Ästhetik, seine Poetik, darlegt. Daran knüpfen ein Gespräch zwischen Künstler, Moderierenden und Teilnehmenden sowie das Signieren der Bücher an; dabei bietet letzteres Gelegenheit, individuell mit dem Künstler in Kontakt zu treten.
Gerahmt wird diese Begegnung von verschiedenen literaturwissenschaftlich und literaturdidaktisch ausgerichteten Lehrveranstaltungen im Fach Deutsch für das Lehramt an Grundschulen, wodurch sich auch die Wahl des Bilderbuchs als Buchgattung erklärt. In den Lehrveranstaltungen werden sich die Studierenden zum einen literatur- und medienwissenschaftlich analytisch mit dem Werk Tobias Krejtschis‘ beschäftigen, zum anderen werden sie sich literaturdidaktisch mit Möglichkeiten der Vermittlung auseinandersetzen, insbesondere in puncto Leseförderung und -motivation.
Die Studierenden erproben damit eine Form der Literaturvermittlung, die heute zum Repertoire schulischer Leseförderung gehören sollte: Derartige Begegnungen mit Autoren bzw. Illustratoren zählen zu den leseanimierenden Verfahren, mit denen Lesemotivation aufgebaut, Anschlusskommunikationen ermöglicht und nachhaltige literarische Leseerfahrungen gefördert werden.

Das Projekt wird durch zentrale Qualitätsverbesserungsmittel der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Duisburg-Essen gefördert.

Plakat   Plakat des Projekts