Der Wald als lokales Motiv in Kinder- und Jugendmedien


Der Wald ist Träger unterschiedlichster Attribute, er ist Heimat mythologischer und phantastischer Wesen und sowohl ein Ort der Gefahren als auch ein Ort der Freiheit und Poesie. Unzählige Autorinnen und Autoren haben dem Wald in den letzten Jahrhunderten einen Platz in ihren Werken eingeräumt. Die Ausgestaltungen und Funktionalisierungen der Wälder sind dabei ebenso verschieden wie die ihm zugeschriebenen Eigenschaften. Durch das Aufkommen neuer Medien wurde diese Vielfalt nochmals erweitert. So weisen nicht nur Comics und Bilderbücher eigene erzähltechnische und ästhetische Gesetzmäßigkeiten auf, auch filmische Inszenierungen, die Erzeugung von Wäldern im Theater oder Computerspiel und die Darstellung von Wäldern im Hörspiel unterliegen eigenen Regeln. Trotz der vielgestaltigen Präsenz literarischer und medialer Wälder, wurden diese bisher nur selten Gegenstand germanistischer Forschung – insbesondere innerhalb der Kinder- und Jugendmedienforschung.
Hier setzt das Dissertationsprojekt an, das den Wald in Kinder- und Jugendliteratur und -medien als lokales Motiv untersuchen will. Ausgehend von vergleichenden Analysen ausgewählter Texte soll zum einen gezeigt werden, wie sich die Inszenierung des Waldes und seine Funktion diachron entwickelte. Zum anderen sollen medienabhängige Unterschiede und Besonderheiten der Waldinszenierung und -funktionalisierung aufgezeigt werden. (Oktober 2019)


Melanie Trolley (M.A.) ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen. Sie studierte Germanistik und Rechtswissenschaften an der Universität Bremen. Hier schloss sie auch ihr Masterstudium der Germanistik mit einer Arbeit zum Wald als Raum deutschsprachiger Gegenwartsliteratur ab. Aufbauend auf dieser Grundlage setzt sie sich in ihrem Dissertationsvorhaben mit dem Wald als lokales Motiv in Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche auseinander.

Melanie Trolley   abstract in English